E-paper - 13. Dezember 2019
Verlagsbeilage NK

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Die einzige weibliche Faschingsgesellschaft unter dem weiß-blauem Himmel sind die Mainnixen Bindlach. Irmi Berg gründete mit acht Frauen am 23. März 1982 im Schloss Goldkronach beim damaligen oberfränkischen Faschingspräsidenten Nikolaus Sidorenko den Verein mit Sitz in Bindlach. Seitdem führt sie tatkräftig „ihren Verein“, unangefochten und mit immer neuen Ideen. Ihr Engagement als Präsidentin, Organisatorin und Moderatorin bei jeglichen Faschingsveranstaltungen ist beispielhaft und herzlich. Sie sorgt dafür, dass der Verein das ganze Jahr über in der Öffentlichkeit präsent ist und das gesellschaftliche Leben Bindlachs bereichert. Bei jeder Gelegenheit treten die Tanzgruppen und Garden auf: „Wir pflegen auch innerhalb unseres Vereins mit etwa 40 Kindern und Jugendlichen kameradschaftliche, gesellige und familiäre Treffs“, so die Präsidentin zum Jahresprogramm der Nixen.

Am 16. November starteten die Nixen mit flottem Kurzprogramm in die neue Saison 2019/2020. Im Januar folgt der Rathaussturm mit Schlüsselübergabe und am Samstag, 22. Februar, um 19.11 Uhr wird zum schwungvollen und farbenprächtigen 37. Galaabend in die Bärenhalle eingeladen – der alljährliche närrische Höhepunkt in der Gemeinde.

Ein besonderer Programmpunkt wird die Ernennung des 36. Ritters der Mainnixen sein. Sein Name wird bis dahin geheim gehalten. Zur Ritterschaft gehören Persönlichkeiten aus der Politik, der Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Teil der Ritter beteiligt sich mit den Aktiven Jahr für Jahr auch am sonntäglichen Faschingsumzug in Bayreuth.

Das Damenkorps wollte die Männer „doch nicht ganz auf die Seite schieben“. Sie dürfen seit dem dritten Vereinsjahr als Kavaliere dem Verein beitreten und seitdem „Sonderaufgaben“ erledigen.

Irmi Berg fand bald junge Nixen als Gardemädchen und für die Purzelgarde, die Jugend- und schließlich für die Prinzengarde. Heute sind über 35 kleine und große Nixen in das Gala-Programm eingebunden. Sie bestreiten fast die Hälfte des über dreistündigen Tanz- und Show-Programms.

Ein Jahr nach der Gründung hielten die Mainnixen ihren ersten Gala-Abend im TSV-Saal ab. Und als die Bärenhalle 1998 fertig war, konnte dort 1999 die erste große Faschingsgala steigen – ein tolles Erlebnis für die Mainnixen und die Besucher aus nah und fern. Jedes Jahr verteilt das Präsidium etwa 200 Nixen-Orden an Ehrengäste und verdiente „Narren“ und Förderer – inzwischen echte Sammlerstücke.

Das wohl Wichtigste für eine Faschingsgesellschaft ist die Präsentation eines Prinzenpaares zum Faschingsauftakt im November. „Da müssen wir alle überlegen, wer dafür in Frage kommt und ob überhaupt Bereitschaft signalisiert wird“, so Irmi Berg. Oft stammt die Prinzessin aus den Nixen-Reihen oder die Eltern von Gardemädchen ließen sich dazu überreden. „Es kam aber schon vor, dass wir erst am Abend vor dem 11.11. die Zusage erhielten“. An rund 20 Abenden besuchen Prinzenpaar und Garden befreundete Faschingsgesellschaften in der Region.

Am Aschermittwoch ist mit der Geldbeutelwäsche vor dem Rathaus der ganze Spuk vorbei und die Nixen haben allen kleinen und großen Narren wieder viel Freude bereitet. pr

Verlagsbeilage NK vom Freitag, 13. Dezember 2019, Seite 53 (10 Views)

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