E-paper - 13. Dezember 2019
Verlagsbeilage NK

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Creußener Steinzeug spiegelt noch heute Formenreichtum und Gestaltungskraft alter Meister wieder: bunte Apostel-, Planeten- und Jagdkrüge sind neben braunem Apothekergeschirr im Krügemuseum zu bewundern. Liebenswert sind auch die Außenbezirke der Stadt. Dem Spaziergänger erschließen sich landschaftliche Schönheiten auf Schritt und Tritt, vor allem im abgelegenen Rotmaintal. Unweit der Quelle im Ortsteil Lindenhardt erwartet den Kunstfreund mit dem Grünewaldaltar in der St.-Michaelskirche eine besondere Kostbarkeit (siehe unten).

Die über 500 Jahre alte Stadtpfarrkirche in Creußen ist St. Jakobus dem Älteren geweiht. Er ist als Pilger in einem Auszug des 1688 erbauten Hochaltares abgebildet. Nach Zerstörungen im Hussitenkrieg wurde die Kirche 1477 wieder aufgebaut. Das Langhaus wurde 1700 im Auftrag von Markgraf Christian Ernst mit hölzernen, marmorierten Emporen, Stuck und Deckenfresken sehr schön barockisiert. Die Kirche zählt zu den ältesten Markgrafenkirchen in der Region. Neben der Kirche steht der Markusturm. Auf hohen Felsen aufragend hat man von diesem im 15. Jahrhundert erbauten Wehrturm eine wunderschöne Aussicht auf Creußen und das Tal des Roten Mains. Direkt im Stadtkern steht das Alte Rathaus, das 1360 erbaut und nach den Zerstörungen des Hussitenkrieges 1477 wieder neu errichtet worden ist. Zu den Besonderheiten des Rathauses gehören die spätgotischen Brot- und Fleischbänke auf der östlichen Langseite. Weitere Besonderheiten sind das Eremitenhäuschen – es gilt als einzig erhaltene bürgerliche Eremitage Deutschlands und wurde 1760 von Johann Theodor Künneth erbaut –, die über 60 weit verzweigten, in den Sandstein vorangetriebenen Felsenkeller, das Scharfrichterhaus (heute Krügemuseum) und das Brauhaus.

Erstmals erwähnt wird Creußen im Jahr 1003 durch den Chronisten Thietmar von Merseburg, die erste urkundliche Erwähnung der Kirche St. Jakobus erfolgte im Jahr 1215. Im Jahr 1358 erfolgte die Stadterhebung durch Kaiser Karl IV. – die danach errichtete Stadtmauer mit zwei Toren ist bis heute vollständig erhalten und umschließt den mittelalterlichen Stadtkern. Über einen Rundweg kann sie bequem besichtigt werden.

Der Internationale Töpfermarkt in Creußen erinnert an die alte Tradition des Keramikhandwerkes in Creußen, das im 17. und 18. Jahrhundert mit der Herstellung der Creußener Steinzeuggeschirre seinen Höhepunkt fand.

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Juli bietet der Internationale Töpfermarkt am Creußener Marktplatz seinen Besuchern, meist in der Zeit von 10 Uhr bis 18 Uhr, hochwertige Keramikware.

Meisterbetriebe aus ganz Europa bieten selbst gefertigte Keramik vom Alltagsgeschirr bis hin zur modernen Kunst. Für Qualität, Originalität und Funktionsfähigkeit sorgt die Auswahl der Werkstätten nach strengen Kriterien des Meisterprüfungszeugnisses und den Bestimmungen der Handwerksrolle. Besucher und Verbraucher können einen hohen Standard des Keramikhandwerkes erwarten, dem Creußen mit seinem Krügemuseum und der Tradition der Steinzeugherstellung verpflichtet ist.

Verlagsbeilage NK vom Freitag, 13. Dezember 2019, Seite 58 (56 Views)

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