E-paper - 13. Dezember 2019
Verlagsbeilage NK

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Auf markgräflichen Spuren

Schloss und Schlosspark Fantaisie blicken auf eine etwa 250-jährige Geschichte zurück

Fantaisie nannte Herzogin Elisabeth Friederike Sophie, die Tochter der Markgräfin Wilhelmine, das Schloss, das sie sich zu einem Sommersitz ausbauen ließ. Nach ihrem Tod 1780 begann die Anlage zu verfallen, erst unter Herzogin Friederike Dorothee Sophie wurde Fantaisie 1793 wieder genutzt. Neuen Glanz erhielt das Schloss dann unter Herzog Alexander II. von Württemberg, einem Enkel Dorothee Sophies. Dessen Umbau prägt die Architektur des Schlosses bis heute. Während des Zweiten Weltkrieges diente das Schloss als Sanatorium der amerikanischen Besatzungsmacht. Erst 1961 übernahm die Bayerische Schlösserverwaltung das Schloss und den Park.

Der Schlosspark ist geprägt von Elementen der drei bedeutenden Stilphasen Rokoko, Empfindsamkeit und Historismus. So stammen die Kaskade, das Labyrinth aus Laubengängen, die Treppenanlagen oder der Neptunbrunnen aus der Rokoko-Zeit. Die Katakombe und verschiedene Inschriften sind auf den Stil des sentimentalen Landschaftsgartens zurückzuführen, während die Weinterrassen, Skulpturen und Brunnen dem Stil des Historismus zuzuschreiben sind.

Mit dem Gartenkunst-Museum eröffnete die Bayerische Schlösserverwaltung vor knapp 20 Jahren das damals erste deutsche Museum, das sich ausschließlich der Geschichte der Gartenkunst widmet. In 20 Räumen werden die Aspekte der Gartenkunstgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts aufgezeigt, wobei der regionale Schwerpunkt auf dem Raum Süddeutschland, insbesondere Bayern und Franken, liegt. So erfährt der Besucher Wissenswertes über die Gartenkunst im Wandel der Zeit, über das Gestaltungselement Wasser und über historische Gartenwerkzeuge und bekommt Einblicke in die Nutzung von Gärten der damaligen Zeit. Ein Raum ist der Bauherrin Elisabeth Friederike Sophie gewidmet. Sehenswert ist auch der Weiße Saal, der früher als eleganter Festsaal diente. Glanzstück der Ausstellung ist die aufwendige Nachbildung des Spindler-Kabinetts im Westflügel des Schlosses, eine Intarsienarbeit der Gebrüder Spindler. Das Original wurde bereits 1791 ausgebaut, verkauft und gelangte über Umwege 1967 ins Bayerische Nationalmuseum in München.

Verlagsbeilage NK vom Freitag, 13. Dezember 2019, Seite 64 (8 Views)

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